Wie Superreiche psychisch unter dem Lockdown leiden

Normal leiden Superreiche vier Mal häufiger an psychischen Krankheiten als andere. „Während des Lockdown war’s noch extremer“, so Marta Ra von Paracelsus Recovery.

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Nicolas Berg, Redaktor
4 Min

Bereits in normalen Zeiten stehen die reichsten 1 Prozent unter einem etwa vier Mal höheren Risiko, an psychischen Krankheiten wie Depression, Angst oder Sucht zu erkranken. Doch während des ersten Lockdowns im Frühling 2020 nahmen Angst, Einsamkeit und Scheidungen bei den UHNWI (Ultra High Net Worth Individuals) nochmals um 400% zu. Das sagt eine, die es wissen muss: Dr. Marta Ra, CEO der wohl teuersten Erholungseinrichtung der Welt, der Paracelsus Recovery Klinik in Zürich.

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Dr. Marta Ra, CEO der weltweit teuersten Erholungsklinik:   Paracelsus Recovery

Paracelsus Chefin: Mehr Scheidungen und Angst im Lockdown

Sie sprach jüngst mit dem London Evening Standard. Dort lassen sich Weltstars, Investmentbanker, Scheichs und Digital-Milliardäre für stolze 82’500 Franken die Woche mit Blick auf den Zürichsee gesund pflegen, wenn sie mal wieder aus ihrem mentalen Gleichgewicht gekippt sind. Bei 15% der Durchschnittsbürger*innen wird einmal eine schwere psychische Krankheit oder ein Suchtproblem diagnostiziert, bei Milliardärsfamilien sind hingegen 70% vom Problem betroffen, weiss Ra, die ehemalige Bankerin und Nachhaltigkeitsexpertin, welche jetzt Paracelsus führt.

Sonst Hypermobile leiden seelisch stärker

Eigentlich erstaunt es wenig, dass wohlhabende Unternehmer stärker unter den Corona-Einschränkungen leiden als andere. Denn sie sind es gewohnt, im Privatjet Meilen zu fressen, um regelmässig die verschiedenen Firmensitze, Investments und Ferienvillen aufzusuchen. Und da sitzt man plötzlich unfreiwillig gefangen mit der Kernfamilie oder einem Partner, der einem vielleicht fremd geworden ist oder der einem durch die neue Nähe auf die Nerven geht. Wer bereits zuvor zu Alkohol, Drogen, Depressionen oder Ängsten litt, gleitet nun von der regelmässigen Flasche zu einem ganzen Liter Vodka ab, weiss Marta Ra. Die Stress-Droge Kokain wurde während des Lockdown zwar etwas teurer, aber das war bei Superreichen das einzige Problem, das verschmerzter war. Bricht nun aber nebst der Reisefreiheit und den Firmeneinnahmen aber auch noch die Familie auseinander, dann ist der Absturz vorgespurt.

Aber in Zürich wird den Opfern ja gerne für 82’500 Franken die Woche geholfen, inklusive Chauffeur, Butler, Personal Coach, Psychiater und Deckgeschichte wie Skiurlaub, Kunst, Kongress oder Geschäftsreise. Zumindest sofern die Privatjets während des zweiten Lockdowns noch in Dübendorf landen durften.

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