Jung, erfolgreich, verantwortungsbewusst

Die NextGen verbessert ihren Kontostand und die Welt gleichermassen. Family Offices stehen für Impact Investing gerne beratend zur Seite.

S.Kleinlein
Stephanie Kleinlein, Redaktion
6 Min

Kiersten Crum, 21, verfügt über ein fünfstelliges Aktienportfolio. Eine Summe, die vielleicht keinen Börsenroutinier vom Hocker reisst, aber dennoch eine beachtliche, wenn man bedenkt, dass die Studentin aus Kansas ihr kleines Vermögen innerhalb eines Jahres und mit einem Einsatz von nur 500 Dollar erwirtschaftet hat. Natürlich teilt sie ihre Aktivitäten auf TikTok und nachdem die altehrwürdige New York Times über sie berichtete, kennt auch das Finanz-Establishment ihren Namen. Wie sie, gibt es heute viele, sehr junge Finanz-Promis. In der Schweiz ist es der erst 14-jährige Richard Schäli, der mit sieben Jahren seine erste Aktie gekauft hat und – Achtung – heute als Berater tätigt ist.

Next Gen

Die Next Gen hat Spass am Finanzmarkt und denkt nachhaltig.

 

Eine neue Generation von Digital Financial Natives

Das alles verwundert kaum. Schliesslich sind Digital Natives wie sie es gewohnt, ganz einfach Zugriff auf Finanznews zu haben. Wissen, das der Generation vor ihr noch von ihren Eltern oder dem nahen Umfeld vermittelt  wurde – oder in den meisten Fällen auch gar nicht. Auch in operativer Hinsicht werden die Hürden mit zunehmender Digitalisierung immer kleiner. So agieren die Generationen Y und Z weitestgehend eigenständig.

Megatrend nachhaltiges Investieren

Aber es ist nicht nur die finanzielle Unabhängigkeit, die die NextGen auszeichnet. Sie denkt auch sehr viel mehr darüber nach, was ihr Kapital bewirken kann bzw. nicht bewirken sollte. Denn seit die Hoffnung besteht, dass man die Welt vielleicht mit Geld retten kann, geht die Nachfrage nach nachhaltigen Anlagelösungen durch die Decke. Auch Richard Schäli erklärt gegenüber der Handelszeitung, dass ihn Nachhaltigkeit und Gesundheit interessieren. Auf der Website der jungen Impact Investment Plattform Yova ist zu lesen, dass sich  86% der Millennials für Impact Investments  interessieren.

Matthias Huber Verium

Matthias Huber vom Multi Family Office Verium erkennt bei der NextGen ein hohes Interesse an fundierter Beratung zum Thema Sustainable Investments.

Matthias Huber, Gründer und Partner Wealth Management beim Multi Family Office Verium in Zürich stellt fest: «Es ist tatsächlich so, dass die Millenials dem nachhaltigen Investment in den letzten Jahren zu schnellerem Wachstum verholfen haben». Er fügt jedoch hinzu: «Sieht man sich aber die konkreten Vermögen an, die heute als ’nachhaltig angelegt‘ deklariert sind, wird schnell klar, dass sich auch ältere Generationen – speziell auf institutioneller Seite – mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen». Hinzu kommt, dass auch in regulatorischer Hinsicht einiges passiert ist.

Family Offices erkennen Wunsch nach fundierter Beratung

Family Offices tun vieles, um dem «Werten der Millienials» gerecht zu werden, die als ein Megatrend identifiziert wurden. Kein Wunder, liegt doch das jährlich in der Schweiz vererbte Vermögen im mittleren zweistelligen Milliardenbereich. «Wir beschäftigen uns bereits seit einigen Jahren mit dem Thema Nachhaltigkeit, sowohl proaktiv, als auch nach Erhalt konkreter Inputs von unseren Kunden», sagt Matthias Huber. So widmet sich Verium unter anderem vermehrt den Themenbereichen Wasser, Energieeffizienz, Gesundheit und nachhaltige Ernährung. Auch transformative Rohmaterialien und Lieferkettentransparenz werden zunehmend relevant. Grundsätzlich sieht Huber die Herausforderungen vor allen Dingen darin, die Vorstellungen der jungen Generation in einer klar definierten Anlagestrategie zu reflektieren, die sowohl die persönliche, finanzielle Zukunft umfasst als auch gesellschaftliche und umweltrelevante Überlegungen. «Es kommt jedoch vor», so sagt er, «dass sich manche Ideen aus verschiedenen Gründen aktuell noch nicht sinnvoll umsetzen lassen» Wichtig sei dabei auch, ein Verständnis für den Gesamtportfolio-Kontext zu entwickeln. Ganz allgemein nimmt Huber bei jungen Anlegern ein grosses Interesse an einer fundierten Beratung war. So profitiert die NextGen also auch künftig vom Wissen einer Generation, die sich schon für Nachhaltigkeit eingesetzt hat, als es die wenigsten taten.

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